Gemeinde Bad Boll

Seitenbereiche

Bereichsauswahl

Zur GästeseiteZur Bürgerseite
Zur Bürgerseite

Urwelt & Fossilien

Der Posidonienschiefer in Bad Boll

Vor etwa 180 Millionen Jahren, zur Zeit des Schwarzen Jura Epsilon, waren große Teile Deutschlands und Europas vom Meer bedeckt. Auf dem Meeresgrund lagerten sich zeitweise schwarz-graue bituminöse Tonmergel ab, die Posidonienschiefer genannt werden. Der berühmte "Altmeister" der schwäbischen Geologie, der Tübinger Professor Friedrich August Quenstedt, hat im Jahre 1843 die Gliederung des Juras eingeführt. Danach fällt der Posidonienschiefer in den Schwarzen Jura Espilon. Er ist nach einer in bestimmten Schichten vorkommenden Muschel Bositra bronni benannt. Die Mächtigkeit des Schwarzen Jura Epsilon schwankt im süddeutschen Raum zwischen 4 und 14 Metern.

Der Posidonienschiefer im Gebiet Ohmden, Holzmaden und Boll am Rande der Schwäbische Alb zählt vor allem durch seinen Reichtum und die einzigartige Erhaltung von Fossilien, z.B. Seelilien, Fische, Plesiosaurier, Ammoniten, Belemniten, Flugsaurier und Muscheln zu den bedeutendsten Fossilienfundstätten der Erde.

Die Erforschung des Posidonienschiefers begann im Jahre 1596 in Boll, als Herzog Friedrich I. von Württemberg (1577 bis 1608) seinen Leibarzt Johann Bauhin mit der Untersuchung der Schwefelquelle von Boll beauftragte. Dabei fand Bauhin "Steine und metallische Sachen, welche durch die Natur wunderbare Kunststücke in und unter der Erde geformt wurden". Er beschrieb die heutigen Ammoniten noch als Scherhörner. Seine Badbeschreibung erschien im Jahre 1598 in lateinischer und 1602 in deutscher Sprache unter dem Titel "Ein New Badbuch und Historische Beschreibung von der wunderbaren Krafft und würckung des Wunder Brunnen und Heilsamen Bads zu Boll".

Bauhins Badbuch

  Bauhins Badbuch

Über die ersten Wirbeltierfunde berichtete Johann Martin Rebstock (1648 bis 1729), Pfarrer von Aichelberg und Zell um 1720. Er berichtete von einem "Todten-Gerüppe mit Rippen, Ruckenrath und Würbeln", das nach Tübingen gebracht worden sei. Dem Göppinger Arzt Christian Albert Mohr (1709 bis 1789) gelang 1749 der Erstfund eines Ichthyosauriersskeletts im Posidonienschiefer von Boll.

Georg Friedrich Jäger (1785 bis 1866), Arzt und Betreuer des königlichen Naturalienkabinetts in Stuttgart, beschrieb den Erstfund, der heute im Naturkundemuseum am Löwentor in Stuttgart zu besichtigen ist. Weitere bedeutende Naturforscher wie z.B. Eberhard Friedrich Hiemer (1682 bis 1727), Georg Cuvier (1769 bis 1832) und Friedrich August Quenstedt (1809 bis 1889) fanden in Boll bisher unbekannte Fossilien.

Aufgrund der wissenschaftlichen Bearbeitung dieser Fossilien, die überwiegend durch Friedrich August Quenstedt erfolgte, tragen heute viele Fossilien aus dem Posidonienschiefer den Artnamen "bollensis". F.A. Quenstedt schreibt in seiner wissenschaftliche Abhandlung von 1858:
"Das Lager von Ammonites bollensis mit der Kleinen Posidonia in einem schwarzen milden Schiefer ist einzig in seiner Art. Es findet sich unmittelbar beim Bad Boll in dem Bache, der aus dem berühmten Teufelsloch hinter Eckwälden hervorfließt."

Bernhard Hauff (1866 bis 1950) aus Holzmaden machte sich ebenfalls um den Posidonienschiefer verdient. Ihm gelang die Entdeckung und Präparation von Hautumrissen an Ichthyosauriern. Sein weltbekanntes Museum "Urweltmusem Holzmaden" wird heute in dritter Generation von Rolf Hauff in Holzmaden geführt.

Satellitenplan

Optimal orientiert! Mit dem Satellitenplan der Gemeinde Bad Boll haben Sie den perfekten Überblick!

Weiter zum "Satellitenplan"

Kontakt

Bad Boll Info | Hauptstraße 94 | 73087 Bad Boll | Fon: 07164 808-28 | Fax: 07164 808-33 | E-Mail schreiben
by komm.on.line GmbH
Bad Boll ...ein ganz erstaunlicher Kurort!